
Irland erwägt Tötung von tausenden Milchkühen zur Erreichung der Klimaziele
Irland erwägt drastische Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele im Agrarsektor. Eine Diskussion über die Tötung von bis zu 200.000 Milchkühen wird kontrovers geführt, da die Regierung die Viehbestände "verlagern" möchte. Die Maßnahme stößt jedoch auf Kritik vom Milchbauernverband, der finanzielle Entschädigung und freiwillige Optionen fordert.
Die irische Regierung plant, die Emissionen in der Landwirtschaft durch verschiedene Maßnahmen zu reduzieren. Neben den bereits festgelegten Kernmaßnahmen soll die "Verlagerung" der Viehbestände dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen. Konkret bedeutet dies, dass bis 2025 jährlich 65.000 Rinder gekeult werden sollen, insgesamt rund 200.000 Tiere.
Die Entscheidung kommt nach der Bekanntgabe der US-Umweltbehörde EPA, dass Irland seine Klimaziele verfehlen wird. Insbesondere die Emissionen des Agrarsektors sollten bis 2030 um 4 bis 20 Prozent sinken. Das irische Agrarministerium schlägt vor, "zehn Prozent des Viehbestands durch andere Aktivitäten zu ersetzen", um die Emissionen ausreichend zu senken. Dies würde etwa 740.000 Tiere betreffen.
Der Verband der irischen Milchlieferanten kritisiert den Vorschlag und fordert bilaterale Gespräche, um einen inklusiven Plan zu entwickeln. Zudem betont der Verband, dass die Regierung finanzielle Unterstützung bereitstellen müsse, und plädiert für ein freiwilliges Programm.
Die irische Regierung betont, den Landwirten "freiwillige und finanziell attraktive Optionen" anzubieten, einschließlich Diversifizierung. Es wird von einer möglichen Unterstützung von 3.000 Euro pro Kuh und einem jährlichen Budget von 200 Millionen Euro bis 2025 gesprochen. Es wird betont, dass das vorliegende Papier Teil eines Beratungsprozesses ist und keine endgültige politische Entscheidung darstellt. Die Regierung bekräftigt den Ehrgeiz, Nachhaltigkeit in der Branche weiter auszubauen.
Die Diskussion über den Einfluss von Kühen auf das Klima findet nicht nur in Irland statt. Kürzlich forderte der französische Rechnungshof eine Strategie zur Reduzierung des Rinderbestands, da die Rinderhaltung für 11,8 Prozent der Treibhausgasemissionen in Frankreich verantwortlich ist. Deutschland hat bereits Schritte unternommen, um den Viehbestand zu reduzieren, insbesondere aus Klimagründen.
Es ist wichtig anzumerken, dass die deutsche Regierung keine Pläne zur Keulung von Tieren im Zusammenhang mit Klimazielen hat, während in Irland über mögliche Maßnahmen diskutiert wird.