
Millionen für Picasso: Rekordversteigerung eines Meisterwerks in Köln
In einer historischen Auktion wurde das Gemälde "Buste de femme" (Frauenbüste) von Pablo Picasso (1881-1973) in Köln für 3,4 Millionen Euro versteigert. Hinzu kamen 27 Prozent Zuschlag für das Auktionshaus, was das Werk zum teuersten jemals in Deutschland versteigerten Picasso-Bild macht.
Etwa 100 Personen verfolgten die Versteigerung des Gemäldes allein im Saal. Unter ihnen befand sich auch der Unternehmer Werner Kern, der bereit war, 3 Millionen Euro für das Kunstwerk zu bieten. Doch es reichte nicht aus...
"Der Zuschlag übertrifft die Erwartungen", sagte eine Sprecherin des Auktionshauses Van Ham. Laut ihren Angaben bot ein Mann aus der Schweiz per Telefon den Höchstbetrag. Der Schätzwert des Gemäldes lag lediglich zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro.
Das großformatige Spätwerk zeigt die charakteristisch verschobenen Perspektiven, für die Picasso bekannt ist: Profil- und Frontalansicht verschmelzen miteinander. Das Bild ist farblich auf Gelb- und Grautöne reduziert.
Das Gemälde von 1971 porträtiert Picassos zweite Ehefrau Jacqueline Roque (1927-1986). Insgesamt schuf Picasso 400 Porträts von seiner 46 Jahre jüngeren Partnerin.
Im Auktionskatalog wird Jacqueline als Picassos "Muse und Geliebte, aber auch bedingungslose und selbstlose Assistentin, Managerin und Dienerin" beschrieben. "Das besessen wirkende Malergenie verlangte von der Frau bedingungslose Hingabe, während sie ihn wiederum ganz für sich und seine Kunst beanspruchte."